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Archive for the ‘daily photo’ Category

White beauty.

Monday, April 26th, 2010

Frangipani-III

Sie gehören zu den schönsten Blüten, die in den Tropen zu finden sind, und die jetzt, im heißen Sommer Indiens Hochsaison haben: Frangipani. Ihr Duft ist legendär und nicht so aufdringlich wie der von Jasmin, auch wenn er ganz schwach daran erinnert, allerdings ist er leichter, zitroniger.

Bemerkenswerterweise ist die Frangipani eine nahe Verwandte des giftigen Oleanders und so hat sie mit ihrem starken nächtlichen Duft ebenso liebes- und lebensstiftende Wirkung auf Liebespaare wie eine potentiell gefährliche für deren Kinder: In Indien wird mitunter der Saft von Oleanderpflanzen als Gift verwendet, um sich unliebsamer weiblicher Säuglinge zu entledigen. Ist einfach, denn Oleander steht, genau wie die genügsame Frangipani, an jeder Ecke, ist kostenlos und wirkungsvoll. Wie es um die Genauigkeit der Obduktionen bestellt ist – darüber mag man an dieser Stelle nur spekulieren.

Look who’s watching…

Tuesday, April 6th, 2010

um-die-Ecke-geguckt

In den alten Alleen von Pune’s Koregaon Park ist es noch verhältnismässig schattig und kühl. Hier hat sich nicht nur der Geldadel der Stadt mit seinen großkotzig-grotesken Residenzen versammelt (Poonawallah, Bajaj etc.), auch andere Bewohner schätzen den alten Baumbestand, die großzügigen Gärten und die relative Stille mitten in der Stadt. Seit dem Anschlag in der German Bakery ist hier alles noch ruhiger geworden, das Militär hat sich rund um den Osho-Ashram hinter Sandsäcken verschanzt, allein Fussgänger und die Bewohner (mit ihren Autos) dürfen passieren, die alten Alleen atmen auf: Kein Durchgangsverkehr für Euer Durchlaucht.

Es war auf einer meiner Hunderunden, als ich an einem verwaisten Spekulationsobjekt der abgesperrten Lane Zwei vorbeikam und meinen Augen kaum trauen konnte: Ich wusste zwar, dass Hornbills, Papageien und Pfauen in den Gärten des Koregaon Park wohnen, neu waren jedoch diese niedlichen Käuzchen, derer ich gleich vier erspähte: Die spotted owlets vom Koregaon Park waren mein Geburtstagsgeschenk und ich fuhr noch einmal zurück, um die Kamera zu holen.

Too much.

Wednesday, August 5th, 2009

Ich brüte, wenn ich dazu komme. Und weil ich brüte, kann ich nicht schreiben. Wie Fritz, der kleine Nektarvogel, der auch nicht schreiben kann und zusammen mit seiner Angetrauten Frieda beschlossen hat, sein nur faustgroßes, liebevoll gewebtes Kleinst-Nest direkt vor unserer Küchentür zu platzieren – keine schlechte Wahl: Unter dem Schutz des Balkonüberhangs lässt sich der Monsun vortrefflich regengeschützt überstehen, nur dass wir die Tür nicht mehr öffnen können…

Auch ich verbringe die Regenzeit meistens gut geschützt im Inneren meiner Behausung, allerdings ein wenig stressreicher als die beiden Sunbirds: In letzter Zeit hatten wir Hunderettungsaktionen (Kalu´s GROOOßE LIEBE Snoopy ist weggelaufen und leider noch nicht aufgetaucht), Internet-Rettungsaktionen, kaputte Achillessehnen und damit Arztbesuche und unglaublich viele Treffen mit unglaublich vielen Menschen – too much, too many people, too much. (Na, wer war das? Richtig! Grandmaster Flash – New York, New York, 1983).

New Life

Friday, July 24th, 2009

Ich weiß nicht, warum Inder, wann immer sie in der Regenzeit einen Wasserfall sehen, aus dem Häuschen geraten. Und zwar total. They go totally bananas. Nuts!

Wann immer ich mich außerhalb Punes bewege, um mir das ach-so-grüne-Grün der frischgepflanzten Reisfelder anzusehen, oder die zum Bersten gefüllten Staudämme, oder die frisch erstarkte Natur inklusive der allgegenwärtigen Wasserfälle – nun die Inder sind schon da: Und zwar unter den Wasserfällen. Ganze Großfamilien picknicken UNTER den kalten Wassermassen, die die Ausläufer der Western-Ghats herunterrauschen und alles strahlt, jauchzt und jubiliert, wenn die nassen Saris an die kalten Körper klatschen. Deren einziger Wärmespender nach dem Bad ein schwarz verbrannter Maiskolben vom Maiskolben-Wallah next door ist, der geschäftstüchtig direkt NEBEN dem Wasserfall seinen Erdloch-Grill eröffnet hat.

Das muss so sein, das ist Tradition, das muss man nicht verstehen. Manche Dinge sind eben, wie sie sind. Versteh einer die Inder!

Natural beauty

Sunday, April 26th, 2009

Ich finde es faszinierend, wie perfekt natürliche Dinge sind:

Wie aus winzigen Zellen Leben entsteht, dass die Genetik weiß, dass aus Zelle X ein Teil einer Feder zu werden hat (oder gleich die ganze?), oder aus Zelle Y Haut, in diesem Fall Schlangenhaut. Und dass, wenn es Zeit wird, sich zu erneuern, die alten Zellen sterben und durch neue ersetzt werden und man dann die Zeugnisse dieses ständigen Wandels findet: Jedes für sich ein Beweis der Perfektion und, wie ich finde, Schönheit der Natur.

Tokyo, Tag eins.

Monday, April 20th, 2009

Da ist sie: Die Kirschblüte, wegen der ganz Japan ein kollektiver Schauer des Entzückens über die schmalen Schultern läuft; “Sugoii, sugoii” oder Kireii, kireii!”: Endlich hat der ansonsten so disziplinierte Durchschnittsarbeitnehmer Gelegenheit, den Mantel des Wohlverhaltens an den Nagel zu hängen und sein wahres ein anderes Gesicht zu zeigen: Zur Zeit von Hanami, dem Kirschblütenfest, müssen die ca. 30 000 Penner die Parks von Tokyo räumen, denn dann kommen Abertausende von Büroangestellten aus ihren Betonfesten, um einmal ausgiebig die Sau rauszulassen. Und das sind keine Kindergeburtstage!

Wir hatten, aus Berechnung, aber auch aus Naivität, unsere Flüge für diesen Zeitraum gebucht. Wir fanden vor allem eines: Ausgebuchte Hotels, ausgebuchte Züge und überfüllte Tempel. Und natürlich Japaner: Morgens, Mittags, Abends, Nachts in Andacht und mit philosophischer Mine in Ehrfurcht vor den Kirschbäumen erstarrt, es sei denn, sie waren zu sehr damit beschäftigt, mit ihren Kameras und Fotohandys zu hantieren und sich gegenseitig die vergängliche Schönheit dieser außerordentlichen Kirschblüte zu bestätigen: “Kirei, kirei, nee?”