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	<title>Leben in Indien - www.somosa.de</title>
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	<description>Auswandern nach Indien: Ein Blog.</description>
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		<title>Indien feiert. Ich huldige Tontöpfen. Und Figuren.</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Oct 2010 05:41:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jules</dc:creator>
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		<description><![CDATA[



&#8220;Wir befinden uns im Jahre 50 v.Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt.
Ganz Gallien?
Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf&#8230;.&#8221;
(Asterix)
Wir befinden uns im Jahr 2010. Ganz Indien befindet sich im Festtagsrausch.
Ganz Indien?
Ja! Es gibt kein von feierunwilligen Indern bevölkertes Dorf. Denn Indien liebt seine religiösen Feste. Und feiert. Wie sowieso immer. Diesmal jedoch flächendeckend [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1556" title="Navaratri-2" src="http://www.somosa.de/wp-content/uploads/2010/10/Navaratri-2.jpg" alt="Navaratri-2" width="500" height="750" /></p>
<p style="text-align: center;"><img title="borduere" src="../wp-content/uploads/2010/10/borduere.jpg" alt="borduere" width="500" height="99" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1558" title="Ochsenpärchen" src="http://www.somosa.de/wp-content/uploads/2010/10/Ochsenpärchen.jpg" alt="Ochsenpärchen" width="500" height="333" /></p>
<p><strong>&#8220;Wir befinden uns im Jahre 50 v.Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt.</strong><strong><br />
Ganz Gallien?<br />
Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf&#8230;.&#8221;<br />
(Asterix)</strong></p>
<p>Wir befinden uns im Jahr 2010. Ganz Indien befindet sich im Festtagsrausch.<br />
Ganz Indien?<br />
Ja! Es gibt kein von feierunwilligen Indern bevölkertes Dorf. Denn Indien liebt seine religiösen Feste. Und feiert. Wie sowieso immer. Diesmal jedoch flächendeckend und in allen Teilen des Landes gleich heilig: Navaratri, das Fest der neun Nächte, das in allen Bundesstaaten Indiens der holden göttlichen Weiblichkeit, der Muttergöttin Durga, in allen Inkarnationsformen gewidmet ist. Während der neun Nächte (und der neun Tage) wird zu Gunsten von Gesundheit und sich mehrendem Reichtum gefastet und gebetet und innere Einkehr gehalten. Während der neun Nächte wird ein Licht in einem Tontopf (ghatasthapana) installiert, das während der neun Tage nicht ausgehen darf  &#8211; es erhellt das symbolische Universum, den Topf, und verhilft Adishakti, der ursprünglichen weiblichen und mütterlichen Energie, zu neuer Kraft.</p>
<p>Dagegen ist grundsätzlich überhaupt nichts einzuwenden, hat das Weibliche, insbesondere die weibliche Person an sich, in weiten Teilen Indiens doch ansonsten keinen so hohen Stellenwert, aber das nur nebenbei. Zurück zum Fest: Seinen Höhepunkt findet Navaratri schließlich in Dussehra, dem zehnten Tag, an dem insbesondere in Nordindien der Sieg Ramas (als Symbol für das Gute) über das Böse, Ravana, gefeiert wird.</p>
<p>Damit ist die Feierei noch lange nicht zu Ende: Zwanzig Tage nach Dussehra beginnt das nächste große Fest im hinduistischen Kalender, das  fünf Tage dauert: Diwali, das Lichter- und hinduistische Neujahrsfest, ebenfalls eine höchst glückverheißende Zeit, in der das Böse vertrieben und, naürlich, Glück gesucht wird. (Anmerkung am Rande: Es gibt kein mir bekanntes anderes englischsprachiges Land auf dieser Erde, in dem so verschwenderisch mit dem Begriff &#8216;auspicious&#8217; &#8211; glückverheißend &#8211; um sich geworfen wird. Ginge es nach der Anzahl der &#8216;auspicious days&#8217; müsste Indien das mit Abstand glücklichste Land der Erde sein. Ist es nicht. Aber wir arbeiten daran.)</p>
<p>Diwali geht so: Vor dem Fest werden Haus und Geschäfte geputzt und geschmückt. Am ersten Tag dann, Dhanteras, werden die vielen Geschenke eingekauft, die man sich traditionell gegenseitig macht. Am zweiten Tag, Naraka Chaturdasi, werden die Lichter entzündet und das gigantische Feuerwerk gestartet um den Sieg über die Dämonen zu feiern. Der dritte Tag markiert den Höhepunkt, das eigentliche Fest, an dem der Göttin Lakshmi (Wohlstand und Reichtum) in einer Puja gehuldigt wird. Am vierten Tag, Govhardan Puja, sind die heiligen Kühe dran, der fünfte und letzte Tag, Bhayiduj, ist schließlich den guten Beziehungen zwischen Geschwistern gewidmet. Watt mutt, datt mutt.</p>
<p>Und wer dann noch nicht den Überblick verloren hat, kann zwei Tage vor Diwali noch eine Dantheras-Puja zelebrieren, widerum ein Ritual, das Ganesh, dem hinduistischen Hindernisbeseitiger, und Lakshmi gewidmet ist.</p>
<p>ALLES KLAR?</p>
<p>So viel zum Verständnis. Ich erwähne das deshalb hier, weil ich neulich an unserem Töpferviertel vorbeikam, und mich über die farbenprächtigen Tontöpfe freute, die zu Navratri gehören, über die süßen, naiven Kuhfiguren, denen, wenn ich es richtig verstanden habe, ein Tag von Diwali gewidmet ist, sowie über die unendlichen Mengen der kleinen Tontöpfchen, Dyas, die die Namensgeberinnen des Lichterfests sind: 12 Stück 30 Rupien. So einfach ist es, in Indien Schönheit zu kreieren:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1557" title="Navaratri-Topf" src="http://www.somosa.de/wp-content/uploads/2010/10/Navaratri-Topf.jpg" alt="Navaratri-Topf" width="500" height="333" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1555" title="Dyas-Pfau" src="http://www.somosa.de/wp-content/uploads/2010/10/Dyas-Pfau.jpg" alt="Dyas-Pfau" width="500" height="333" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1554" title="Diwali-Dyas" src="http://www.somosa.de/wp-content/uploads/2010/10/Diwali-Dyas.jpg" alt="Diwali-Dyas" width="500" height="750" /></p>
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		<title>Eine kleine Wanze&#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Sep 2010 09:10:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jules</dc:creator>
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Als kleine Entschädigung für mein depressives Gejammer gibt`s jetzt die kleine Wanze, die ich gestern im Garten fotografiert habe. Tja, so ist das Leben hier, manchmal nicht leicht, aber immer schillernd.
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1529" title="Wanze1" src="http://www.somosa.de/wp-content/uploads/2010/09/Wanze1.jpg" alt="Wanze1" width="500" height="334" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1530" title="Wanze2" src="http://www.somosa.de/wp-content/uploads/2010/09/Wanze2.jpg" alt="Wanze2" width="500" height="333" /></p>
<p>Als kleine Entschädigung für mein depressives Gejammer gibt`s jetzt die kleine Wanze, die ich gestern im Garten fotografiert habe. Tja, so ist das Leben hier, manchmal nicht leicht, aber immer schillernd.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Life.</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Sep 2010 19:05:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jules</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die neuen Freunde sind schon lange tot: Erst hat es Tiger erwischt, als er vom Mülllaster überfahren wurde, dann, ein paar Wochen später, seine Schwester Lilly: Sie wurde auf Wunsch der Nachbarn von der PMC, der Pune Municipal Corperation, abgeholt. Ende: Ungewiss. Vermutlich: tot.
Ich verbringe meine Zeit zwischen Udaipur, Bangkok und Pune, wobei meiner eigentlichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die neuen Freunde sind schon lange tot: Erst hat es Tiger erwischt, als er vom Mülllaster überfahren wurde, dann, ein paar Wochen später, seine Schwester Lilly: Sie wurde auf Wunsch der Nachbarn von der PMC, der Pune Municipal Corperation, abgeholt. Ende: Ungewiss. Vermutlich: tot.</p>
<p>Ich verbringe meine Zeit zwischen Udaipur, Bangkok und Pune, wobei meiner eigentlichen Heimstatt, Pune, dabei der kleinste Teil zufällt. Zwischenzeitlich hatte ich erneut eine Amöbenruhr und entsprechende Bauchschmerzen, es regnet, wie es nur im Monsun regnen kann, wir haben immer noch keine Einweihungsparty gegeben und wir fühlen uns auch nicht danach. Hallelujah!</p>
<p>Manchmal ist das Leben in Indien kompliziert und die sportlichen Aspekte im Alltag treten in den Hintergrund. Manchmal ist man einfach nur müde. Und weiß dennoch, dass man bleiben will.</p>
<p>Manchmal braucht man einfach Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten.</p>
<p>Und manchmal tut alles nur weh, life, the universe, and all the rest.</p>
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		<title>New friends.</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 16:11:59 +0000</pubDate>
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Wenn ich nicht schon in Ridgebacks verliebt wäre &#8211; ich würde mich jetzt verlieben. Auch, wenn Lilly und Tiger nicht wirklich Ridgebacks sind, sondern nur ein wenig so aussehen: Dackelfalten auf der Stirn inklusive. Die beiden ca. fünf Monate alten Hunde wohnen vis-a-vis auf einer Baustelle, kaum 100 Meter entfernt von uns. Und sie verbringen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1508" title="lilly-and-tiger" src="http://www.somosa.de/wp-content/uploads/2010/07/lilly-and-tiger.jpg" alt="lilly-and-tiger" width="500" height="333" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1509" title="tiger" src="http://www.somosa.de/wp-content/uploads/2010/07/tiger.jpg" alt="tiger" width="500" height="333" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1507" title="lilly-and-tiger-resting" src="http://www.somosa.de/wp-content/uploads/2010/07/lilly-and-tiger-resting.jpg" alt="lilly-and-tiger-resting" width="500" height="333" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1506" title="feeding-time" src="http://www.somosa.de/wp-content/uploads/2010/07/feeding-time.jpg" alt="feeding-time" width="500" height="333" /></p>
<p>Wenn ich nicht schon in Ridgebacks verliebt wäre &#8211; ich würde mich jetzt verlieben. Auch, wenn Lilly und Tiger nicht wirklich Ridgebacks sind, sondern nur ein wenig so aussehen: Dackelfalten auf der Stirn inklusive. Die beiden ca. fünf Monate alten Hunde wohnen vis-a-vis auf einer Baustelle, kaum 100 Meter entfernt von uns. Und sie verbringen die Tage in unserem Garten, im Spiel mit Kalu und Charak, Kalu´s neuester Eroberung. Sie werden gefüttert, sie gewinnen Vertrauen. Ihr Besitzer ernährt sie mit altem Brot und Milch &#8211; wohl kaum, was kleine Hunde brauchen. Ich freue mich über den Zuwachs an vierbeinigen Freunden, die morgens mit steil aufgestellten Schwänzen neben uns herwackeln und Kalu und mich auf dem Spaziergang begleiten. Und ich glaube, Kalu auch.</p>
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		<title>Zulassung, die Zweite.</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 14:23:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jules</dc:creator>
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Was macht man, wenn man in Indien offizielle Dinge geregelt haben will und dafür nicht Wochen oder mitunter Monate in einer gemeingefährlichen Schlange stehen möchte?
Richtig, man geht zu einem &#8220;Agenten&#8221;. Dies ist die euphemistische Bezeichnung für einen Menschen, der sehr gute Connections zur jeweiligen Behörde hat und den man für dessen Dienste unverhältnismäßig hoch bezahlt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1494" title="pulsar 220" src="http://www.somosa.de/wp-content/uploads/2010/07/pulsar220.jpg" alt="pulsar 220" width="500" height="333" /></p>
<p>Was macht man, wenn man in Indien offizielle Dinge geregelt haben will und dafür nicht Wochen oder mitunter Monate in einer gemeingefährlichen Schlange stehen möchte?</p>
<p>Richtig, man geht zu einem &#8220;Agenten&#8221;. Dies ist die euphemistische Bezeichnung für einen Menschen, der sehr gute Connections zur jeweiligen Behörde hat und den man für dessen Dienste unverhältnismäßig hoch bezahlt &#8211; mit anderen Worten: für Bestechung.</p>
<p>Als ich am Donnerstag geschlagen und unverrichteter Dinge den Handgreiflichkeiten hunderter verzweifelter und sauerstoffarmer Menschen bei 45 Grad im Collectors`Office entronnen war, war mir klar, dass ich mit meinem Anliegen, der Beglaubigung sämtlicher Dokumente, einem knapp 100 Seiten starken Pamphlet, auf offiziellem Weg nicht weit kommen würde. Also ließ ich mir von meinem Händler die Telefonnummer von Sanchit geben &#8211; er würde, gegen entsprechend Bares &#8211; das geforderte Affidavit innerhalb weniger Stunden besorgen können, versprach mir Shaunak.</p>
<p>Freitag morgen war es dann so weit: Wir trafen Sanchit auf dem Parkplatz des Collectors` Office: Für das offiziell 100 Rupien teure Affidavit verlangte er 1000 &#8211; immerhin das Zehnfache des offiziellen Kurses. Wir diskutierten; bei 750 Rupien schlug ich ein. Darauf verschwand Sanchit und kam zehn Minuten später mit zwei frischen Gebühren-Marken-Zetteln wieder, auf denen alle meine persönlichen Details vermerkt waren. Zum Glück hatte ich Shravan dabei &#8211; er war als Einziger in der Lage, das ausschließlich auf Marathi gedruckte Papier nachzuvollziehen und segnete es ab. Dann fuhren wir zu einer Zweigstelle der Behörde in Shivaji-Nagar.</p>
<p>Untergebracht in alten, leerstehenden Warenhäusern war das eher die Kulisse eines schlechten Ganovenfilms: Heißer Wind fegte durch leere Lagerhallen und der unverwechselbare Gestank alten Urins. Tauben gurrten. Mynahs brüteten. Ich starrte auf den mit Taubendreck verhunzten Boden, auf dem sich eine dicke Inderin im Sari niedergelassen hatte und gelangweilt ihre speckigen Papiere sortierte. Widerum war ich froh, Shravan an meiner Seite zu haben. Sanchit hieß uns warten: Er würde uns rufen, sobald ich an der Reihe für das noch fehlende Foto sei und verschwand um die nächste staubige Hausecke.</p>
<p>Nach einer Stunde war es dann soweit: Ich wurde von Sanchit in eine der Lagerhallen gerufen, vorbei an Hunderten schwitzender, gedrängter Leiber, die lautstark protestierten, als Sachin mich an ihnen vorbei zum Tresen bugsierte. Ich konnte ihre Empörung verstehen und verkrümelte mich schnell, nachdem die Beamtin auf den Auslöser gedrückt hatte. Danach: Wieder Warten.</p>
<p>Nach einer weiteren heißen Stunde in der stinkenden Sonnenglut von Pune´s Nicht-Monsun dann endlich der erlösende Zettel: Alle Dokumente waren eingereicht und beglaubigt worden und ich verließ das Gelände erleichtert: Mit nur einem Blatt Papier.</p>
<p>Zurück im Showroom dann der nächste Hohn: Obwohl ich gerade alle Papiere von offizieller Seite hatte beglaubigen lassen, verlangte der Händler diese erneut in Kopie für die Zulassungsstelle! Was sollte dann die Beglaubigung? Trauen die Inder ihrer eigenen Bürokratie nicht? Offensichtlich. Und mit Recht. Also wieder los &#8211; noch einmal rund 100 Kopien.</p>
<p>Als ich Freitag Abend nach Hause kam, war ich fertig. Sharvan erwähnte beiläufig, dass er für das Äquivalent eines maharashtranischen Personalausweises eineinhalb Monate jeden verdammt langen Tag beim zuständigen Amt vorgesprochen hatte, bis er es endlich erhielt &#8211; Jedesmal hatten die Beamten Feierabend gemacht, BEVOR mein lieber Fahrer an der Reihe war: &#8220;Come back tomorrow!&#8221; &#8211; Die indische Bürokratie ist unerbittlich.</p>
<p>Samstag dann der Anruf von einem Angestellten des Verkehrsamtes, der vor Erteilung der Zulassung unbedingt noch mit U. sprechen wollte. Aber nicht, wie ich glaubte, weil ich &#8220;nur&#8221; eine Frau bin, sondern weil er ein schnelles Nebengeschäft mit einer Parkplatzfläche witterte, die er U.`s Firma vergeblich andrehen wollte. Trotzdem klingelte endlich, ENDLICH Samstag Mittag das Telefon: Ich könne die Maschine abholen, sie stände bereit.</p>
<p>Tja, und da steht sie nun, meine Nabelschnur zur Welt, meine Unabhängigkeitserklärung, mein Fluchtgefährt aus der elenden Fremdbestimmung: Diese Maschine fährt, wohin immer ich sie lenke, sie fährt MEINEN Weg und nicht den meines Fahrers, und ich muss nicht mehr warten. Freiheit, ich komme!</p>
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		<title>The indian craze.</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 13:53:22 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ok. Ich habs getan. ICH HABE MIR EIN MOTORRAD GEKAUFT. Ich bin verrückt genug, um mit einem Zweirrad durch den 5,5 Millionen-Moloch zu wedeln und ich hoffe, dass sich dieser Mut (oder diese Tollkühnheit, ist Auslegungssache) nicht als kapitaler Fehler erweist.
Leider kann ich im Moment noch keine Fotos von meiner Neuanschaffung ins Netz stellen, weil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ok. Ich habs getan. ICH HABE MIR EIN MOTORRAD GEKAUFT. Ich bin verrückt genug, um mit einem Zweirrad durch den 5,5 Millionen-Moloch zu wedeln und ich hoffe, dass sich dieser Mut (oder diese Tollkühnheit, ist Auslegungssache) nicht als kapitaler Fehler erweist.</p>
<p>Leider kann ich im Moment noch keine Fotos von meiner Neuanschaffung ins Netz stellen, weil mir die liebe, liebe indische Bürokratie ein paar Steine in den Weg legt. Ich bin nämlich Ausländer. Und Ausländer können nicht mal so eben ein Fahrzeug auf sich zulassen. Von der Zulassung widerum hängt aber die Auslieferung an mich ab, weil man hier Motorräder in der Regel inklusive einem Jahr Steuern und Versicherung kauft. Und der Händler sich um die Zulassung kümmert. Erst dann kann ein Bike ausgeliefert werden.</p>
<p>Um das Ganze mal zu verdeutlichen:</p>
<p>Das sind die Unterlagen, die ein indischer Staatsbürger für die Zulassung seines neu gekauften Motorrades beibringen muss:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1480" title="indian´s-list-to-register" src="http://www.somosa.de/wp-content/uploads/2010/06/indian´s-list-to-register.jpg" alt="indian´s-list-to-register" width="500" height="334" /></p>
<p>Hübsch übersichtlich, oder nicht? EIN Dokument, nicht mehr.</p>
<p>Und DIES ist die Liste der Unterlagen, die man als Ausländer beisteuern muss, damit alles seine Ordnung hat:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1479" title="foreigners-list-to-register" src="http://www.somosa.de/wp-content/uploads/2010/06/foreigners-list-to-register.jpg" alt="foreigners-list-to-register" width="500" height="333" /></p>
<p>Die ist schon ein bisschen länger: Foto und Identitätsnachweis sind verständlich. Pass mit gültigem Visum auch. Gemein fängt es dann aber an zu werden, wenn Du von der Firma Deines Göttergatten eine Bestätigung brauchst, dass sie mit dem Kauf eines Motorrades in deinem Namen einverstanden sind, eine Elektrizitätsrechnung auf Deinen Namen nachweisen muss (hat bei Mietverhältnissen kein Mensch, noch nicht einmal Inder), das zertifizierte Rental-Agreement, also den registrierten Mietvetrag vorlegen musst, Dein RFO-Papier (die Aufenthalts-Genehmigung) und eine Bescheinigung Deiner nächstgelegenen Polizeistation, dass Du wirklich da wohnst, wo Du zu wohnen angibst und dass Du auch ein Recht hast, dort zu wohnen. Da fängt es an, ins Lächerliche abzugleiten, weil Du für denselben Sachverhalt ungefähr zehn verschiedene Schriftstücke beibringen musst, die überhaupt nichts, ÜBERHAUPT NICHTS, anderes aussagen, als z.B. Dein Residential Permit. Nur damit Indien dem unglaublichen Wust seiner Bürokratie weitere Ordner einverleiben kann, die in den nächsten 50 Jahren eh keiner mehr anguckt. Ach so, und dann muss man die ganzen Schweine-Papiere auch noch im Collectors Office beglaubigen lassen (Affidavit), eine Veranstaltung in einer alten Baracke, bei der ich gestern nach einer halben Stunde am Ende der unendlichen Schlangen schwitzender, streitender Inder, die alle dasselbe wollten, wieder herausgekippt bin &#8211; unverrichteter Dinge, natürlich. Ich fuhr zu meinem Motorradhändler zurück und fragte ihn als erstes, ob er mich umbringen wolle, oder was das denn solle. Hätte er mich nicht besser auf den Kampf vorbereiten können?</p>
<p>Ich naives Schaf hatte ja keine Ahnung, dass mich bei einer staatlichen Notariatsstelle ein hundertfacher Gladiatorenkampf bei 50 Grad Celsius erwartet.</p>
<p>Erschwerend kommt bei mir hinzu, dass ich mich momentan illegal im Land aufhalte, aber nicht etwa, weil wir uns nicht rechtzeitig um die Visumsverlängerung gekümmert hätten &#8211; der Antrag läuft seit einem halben Jahr. Nein, weil es die indischen Behörden einfach nicht gebacken bekommen. Also ist das Visum im Pass und der RFO abgelaufen &#8211; und ich muss nachweisen, dass der Extension-Prozess auf dem Weg ist.</p>
<p>Haryaa! (Was so viel heißt, wie: Mensch, was für ein Nerv!)</p>
<p>Sie können einen mit dieser Bürokratie in den Wahnsinn treiben und manchmal vermute ich, dass sie das absichtlich tun.</p>
<p>Wir werden sehen. Heute jedenfalls hat Shravan hoffentlich das letzte Stück Papier, das noch in meiner Sammlung fehlte, dem HR-Mann der Company aus der Nase gezogen und morgen geht es hoffentlich an die Erledigung der notariellen Beglaubigung. Und so Gott will, oder Ganesh, oder Shiva oder Laxmi, ist dann der Weg für die Zulassung geebnet. Um Helge Timmerberg zu zitieren: &#8220;Er liebt, was er sieht, und das macht die Straße für ihn frei.&#8221;</p>
<p>Das gilt allerdings nicht für die indische Bürokratie.</p>
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		<title>Komplett indianisiert. Oder: Man ist nie allein.</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jun 2010 11:48:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jules</dc:creator>
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Als wir vor gut zwei Jahren anfingen, uns mit dem Leben in Indien vertraut zu machen, war die Lebensweise vieler Inder für mich völlig unverständlich. Zu sehr war ich es gewöhnt, allein zu sein, alle Dinge selbst zu erledigen und niemanden um mich zu haben, es sei denn, Freunde oder Gäste waren zu Besuch. Dauerhaft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1446" title="garden" src="http://www.somosa.de/wp-content/uploads/2010/06/garden.jpg" alt="garden" width="500" height="333" /></p>
<p>Als wir vor gut zwei Jahren anfingen, uns mit dem Leben in Indien vertraut zu machen, war die Lebensweise vieler Inder für mich völlig unverständlich. Zu sehr war ich es gewöhnt, allein zu sein, alle Dinge selbst zu erledigen und niemanden um mich zu haben, es sei denn, Freunde oder Gäste waren zu Besuch. Dauerhaft Menschen um mich zu haben, hat mich immer schon irritiert und ich betrachtete mehr oder minder missmutig die Anwesenheit Anderer als einen Eingriff in meine persönliche Freiheit. Ich war immer froh, wenn ich die Tür hinter mir schließen konnte und ich wieder allein war.</p>
<p>Deshalb war es damals auch völlig unverständlich, wie unsere indischen Vermieter, ehemalige Nachbarn und Freunde, Kishore und Amita, ihren Haushalt führten, zu dem eine live-in Maid gehört, zwei Fahrer, ein Koch, und ein Hausboy, der sich um alle Erledigungen kümmert, die sonst so anfallen. Das Haus von Kishore und Amita ist immer offen, auch wenn die Zwei nicht da sind: Dafür ist das Personal da und alle Belange des täglichen Lebens werden in ihrem Leben von der Background-Staff erledigt. Das heißt im Gegenzug aber auch, dass das Personal mehr oder minder über alle Deine Schritte Bescheid weiß, es weiß, was Du isst und trinkst, ob Du Streit mit Deinem Göttergatten hast, schlechte Laune oder Deinem Hund ein Furz quer sitzt. Kurz: Es weiß alles. Das war mir unheimlich.</p>
<p>Mein Öffnungsprozess für diese Lebensweise begann, als ich vor zwei Jahren meine erste Maid einstellte, Jothie, <a title="Jothie doesn´t come here anymore" href="http://www.somosa.de/?p=13" target="_blank">die tanzende Zigeunerin</a>, die allerdings auch schnell wieder von der Bildfläche verschwand, genau wie ihre Nachfolgerinnen. Bis Shanti kam und mit ihr der Frieden einkehrte, der ihrem Namen alle Ehre macht; und Shravan, unser Fahrer, der ziemlich genau ein Jahr bei uns ist, unser Gärtner Jothiba, mein Mann der ersten Stunde, den ich von Amita mitübernehmen musste und für den ich ungeheuer dankbar bin, auch wenn er bei Amita längst rausgeflogen ist, weil er es wagte, nach vielen, vielen Jahren treuer Dienste eine winzig-kleine Gehaltserhöhung zu verlangen. All diese Menschen sind mittlerweile Teil meiner Familie, wir kennen uns gut und vertrauen einander und ich kann sie mir aus meinem Leben nicht mehr wegdenken. Und ich weiß nahezu genau so viel über sie, wie sie über mich.</p>
<p>Nun sind wir im neuen Haus und staunend bemerkte ich, als ich neulich ins Auto stieg, dass auch mein Haus längst offenbleibt, wenn ich zum Einkaufen gehe: Weil Shanti da ist, und Kalu, und der Tageswächter unser Grundstück bewacht und in der Nacht unser Nightguard im Carport Wache hält. Und wenn ich dann bei meinen Touren duch Pune Hunger bekomme und mir als erstes eine Masala-Dosa (Ein hauchdünner knuspriger Pfannkuchen mit ein wenig Kartoffelfüllung) mit leckerem Kokos-Chutney einfällt und mir bei diesem Gedanken das Wasser im Munde zusammen läuft, und ich mir nichts Leckereres vorstellen kann, als zum Abschluss einen heißen Chai zu trinken, dann, nehme ich an, ist der Indianisierungs-Prozess schon ziemlich weit fortgeschritten.</p>
<p>U. ist da im Übrigen ähnlicher Ansicht und wir werden bleiben, so lange man uns lässt. Hier, zu Hause, in Indien. Der PMC und ihren Hundevergiftungsaktionen und allen anderen Widrigkeiten zum Trotz.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1447" title="livingroom" src="http://www.somosa.de/wp-content/uploads/2010/06/livingroom.jpg" alt="livingroom" width="500" height="333" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1448" title="livingroom2" src="http://www.somosa.de/wp-content/uploads/2010/06/livingroom2.jpg" alt="livingroom2" width="500" height="333" /></p>
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		<title>Hallelujah!</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 07:21:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jules</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir sind drin. Im neuen Haus. Und es ist eine Oase der Ruhe, der Natur und des Friedens. Eine Insel des zivilisierten Lebens inmitten den brandenden Wogen indischen Alltagswahnsinns. Ich werde nachts nicht mehr zwanzigmal von sich lautstark kloppenden Straßenkötern geweckt, es gibt keinen Großgenerator hinter dem Schlafzimmerfenster und es gibt auch keine angrenzende Großbaustelle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir sind drin. Im neuen Haus. Und es ist eine Oase der Ruhe, der Natur und des Friedens. Eine Insel des zivilisierten Lebens inmitten den brandenden Wogen indischen Alltagswahnsinns. Ich werde nachts nicht mehr zwanzigmal von sich lautstark kloppenden Straßenkötern geweckt, es gibt keinen Großgenerator hinter dem Schlafzimmerfenster und es gibt auch keine angrenzende Großbaustelle mehr, die immer nur nachts und Sonntags bewirtschaftet wird. Nur noch Grün und Vogelgezwitscher, kaum zu glauben, dass es das hier gibt. Ruhe ist hier echter Luxus. Soweit Halleluja, praise the Lord, the gracious One!</p>
<p>Auch haben U. und ich im Prozess des Umziehens davon abgesehen, uns gegenseitig mit Tape den Mund zu stopfen, obwohl ich &#8211; das muss ich zugeben &#8211; ein paar Mal nahe daran war. U. vermutlich auch. Also kein gegenseitiger Mord und Totschlag und auch die Kartonwände habe ich überlebt. Soweit alles gut.</p>
<p>Worin wir allerdings nicht ‘drin‘ sind, ist das verdammte INTERNET. Deshalb sitze ich jetzt in der North Main Road im Koregaon Park in einem dieser vornehmen neuen Hotelkästen, dem ‘O Hotel‘, in dem sie einem das Fell über die Ohren ziehen für eine Stunde Internet. FÜR EINE STUNDE INTERNET bezahle ich gerade 500 Rupien, was etwas mehr als 8 -in Worten: ACHT- Euro sind. Das ist nicht nur für indische Verhältnisse ein Vermögen. Wenn Ihr Euch jetzt nicht geschmeichelt fühlt, dann fällt mir auch nichts mehr ein.</p>
<p>Diesen Wahnsinn werde ich mir allerdings nur einmal leisten, nämlich heute. Wenn es auf Somosa noch eine Weile ruhig bleibt, wisst Ihr warum. Ich muss nämlich erst einmal wieder den Ingenieuren von BSNL in den Hintern kriechen, damit sie uns den Zugang neu einrichten. Das bedeutet abwechselnd Schimpftiraden, theatralische Wutanfälle, tränenreiche Appelle an das indische Mitgefühl, große Blumensträuße, und Morddrohungen. Ihr seht, ich bin bis auf Weiteres beschäftigt. Liebe Grüße.</p>
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		<title>Alle Jahre wieder&#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 21 May 2010 15:53:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jules</dc:creator>
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&#8230;habe ich nichts Besseres zu tun, als umzuziehen. Lasst mich dabei eines vorausschicken: Ich lieeebe Umzüge! Ich bin ganz vernarrt in frische, knusprige Pappkartons, vor allem, wenn es so viele sind! Und erst das Tape! Mit dem kann man renitente Ehemänner schnell und wirkungsvoll fesseln und zum Schweigen bringen. Das gilt auch für nervige Hunde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1426" title="kisten" src="http://www.somosa.de/wp-content/uploads/2010/05/kisten.jpg" alt="kisten" width="500" height="333" /></p>
<p>&#8230;habe ich nichts Besseres zu tun, als umzuziehen. Lasst mich dabei eines vorausschicken: Ich lieeebe Umzüge! Ich bin ganz vernarrt in frische, knusprige Pappkartons, vor allem, wenn es so viele sind! Und erst das Tape! Mit dem kann man renitente Ehemänner schnell und wirkungsvoll fesseln und zum Schweigen bringen. Das gilt auch für nervige Hunde &#8211; Obacht, Kalu! Und erst der ganze Staub, in dem man wühlt! Herrlich!</p>
<p>Quatsch beseite. Ich stehe vor einem Berg Umzugskartons, die es zu füllen gilt und wieder einmal stelle ich fest, dass man einfach viel zu viele Dinge besitzt. Und das trotz zweier großer Entrümpelungsaktionen VOR und NACH unserem Umzug nach Indien. Nun gut, jetzt können wir eben wieder entmüllen.</p>
<p>Keine Angst, wir gehen nicht nach Deutschland zurück und ich muss nicht meinen geliebten indischen Boden verlassen. Unser Umzug führt uns genau drei Luftlinien-Kilometer weiter in ein Haus im Koregaon Park, mit einem großen Garten zum Spielen für Kalu, zum Lesen für Julie und Faulenzen für U. Es wird keine aggressiven Streuner-Rudel mehr geben und der alte Baumbestand wird meine morgendliche Jogging-Runde beschatten. Deshalb haben wir uns entschlossen, noch einmal innerhalb Pune´s umzuziehen und deshalb sitze ich jetzt bei über 40 Grad zwischen Kistenbergen.</p>
<p>Wenn Ihr also die nächsten Wochen wenig bis gar nichts von mir hört, kommen mehrere Möglichkeiten in Betracht:</p>
<p>a) ich bin von einer umkippenden Kartonwand erschlagen worden</p>
<p>b) mein Mann hat seine widerspenstige Ehefrau mit Tape an den Ventilator gefesselt und den Drehknopf betätigt (ich kreisele immer noch)</p>
<p>c) das Internet im neuen Haus funktioniert nicht (sehr wahrscheinlich) oder</p>
<p>d) alles zusammen.</p>
<p>Ich melde mich, wenn oben genannte Ereignisse ausgeräumt wurden und meine Halswirbel wieder eingerenkt sind.</p>
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		<title>Update: Brutales Indien.</title>
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		<pubDate>Mon, 03 May 2010 13:01:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jules</dc:creator>
				<category><![CDATA[Daily]]></category>
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		<category><![CDATA[indische Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Straßenhunde]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal kann man gar nicht so laut schreien, wie man möchte. Manchmal wünscht man sich, die Tageszeitung nicht aufgeschlagen zu haben, weil es einem restlos den Tag versaut. Und man sich die Haare rauft vor lauter Verzweiflung. Manchmal wünscht man sich, die Welt, und in diesem Moment insbesondere Indien, wäre ein besserer Ort, weil Menschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal kann man gar nicht so laut schreien, wie man möchte. Manchmal wünscht man sich, die Tageszeitung nicht aufgeschlagen zu haben, weil es einem restlos den Tag versaut. Und man sich die Haare rauft vor lauter Verzweiflung. Manchmal wünscht man sich, die Welt, und in diesem Moment insbesondere Indien, wäre ein besserer Ort, weil Menschen und ihre abscheulichen Taten es einem unmöglich machen, das Land und seine Menschen zu lieben.</p>
<p>Man beginnt zu hassen, und dann wird es gefährlich. Hätte ich in diesem Moment die Möglichkeit, die Idioten der Puner PMC (Stadtverwaltung), die in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag vergangener Woche 10 harm- und hilflose Straßenhunde in Pune mit Giftködern qualvoll umgebracht haben, physisch in die Mangel zu nehmen, ich würde nicht zögern. Feige Schweine, barbarische Tat.</p>
<p>Zum Fall: Anwohner des Puner Stadtteils Balajinagar haben gesehen, wie zwei Angestellte der Stadtverwaltung Mittwoch gegen 20.30 Uhr am Straßenrand und in einem Müllcontainer Kekse verteilt haben, eine in Indien übliche Art, Straßenhunde zu füttern. Aber absolut unüblich für die PMC, die nur für das Einsammeln lästiger Streuner zuständig ist, die häufig mit ungewissem Verbleib auf nimmer Wiedersehen verschwinden.</p>
<p>9.45 Uhr wurden die ersten Anwohner von einem kleinen Jungen verständigt, der um Hilfe rief, weil die in der Nachbarschaft sehr beliebten Hunde sterben würden. Als die ersten Nachbarn wenige Minuten später zusammenliefen, waren bereits fünf an dem Gift gestorben. Man holte sofort einen Tierarzt, der versuchte, die fünf weiteren, noch lebenden Hunde mit einem Gegengift und Herzmassagen zu retten. Bis um 1.30 Uhr nachts kämpften Anwohner und Tierarzt um das Überleben der letzten fünf, doch keiner der Hunde schaffte es.</p>
<p>Die PMC streitet den illegalen Exitus ab. Allerdings hatte PMC-Abteilungsleiter Dilip Pardeshi einen bitteren Erklärungsnotstand, als er auf die Tatsache angesprochen wurde, dass der PMC-Laster die toten Hunde um 3.30 Uhr derselben Nacht abgeholt hatte. Woher wusste die PMC, dass dort zehn tote Hunde einzusammeln waren? Und warum holte man sie zu der verschleiernden Zeit um 3.30 Uhr morgens ab, und nicht, wie normalerweise, im Laufe des Tages?</p>
<p>Die PMC ist nicht nur kriminell, sondern auch noch blöd, so blöd.</p>
<p>Die Anwohner haben die Vergiftung der Tiere zur Anzeige gebracht, denn die Tötung von Hunden ist seit Einführung der Animal Birth Control Rules 2001 mit Ausnahme von Tollwutfällen illegal. Die Qualen der Hunde macht keine Strafe rückgängig. Ebenso wenig wie ihren Tod.</p>
<p>Gründungsvater und Nationalheld Mahatma Ghandi würde sich im Grab umdrehen, so er denn eins hätte. Von ihm stammt folgendes Zitat: &#8220;Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran bemessen, wie sie ihre Tiere behandelt.&#8221;</p>
<p><span style="text-decoration: line-through;">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</span></p>
<p>Update: In jener Nacht sind nicht zehn, sondern 35 Hunde vergiftet worden und daran gestorben. Bei dem Gift handelte es sich um Strychnin, das vor Todeseintritt Atemnot. Muskelzittern und schwere Krämpfe hervorruft.</p>
<p>Den inzwischen bekannten Schuldigen, die in Absprache mit der PMC gehandelt haben, drohen fünf Jahre Haft.</p>
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